Nachdem der Biber zu Beginn des 19. Jahrhunderts beinahe ausgerottet worden war, begann man im Jahr 1922 damit, die grossen Nagetiere wieder anzusiedeln. Die Versuche waren von Erfolg gekrönt, sodass der Biber heute wieder regelmässig an vielen Orten anzutreffen ist.
Ein grosser Teil des Wissens über den Biber stammt allerdings aus der Zeit, als er sich praktisch ungebremst ausbreiten konnte. Das ist heute nicht mehr ganz so leicht. Im Mittelland der Schweiz beispielsweise sind vielerorts die Reviere sehr dicht aneinander, sodass abwandernde Biber nicht ganz so leicht ein eigenes Revier finden. Angesichts dieser gestiegenen Revierdichte stellt sich die Frage, ob unser Wissen über Biber noch mit den aktuellen Beobachtungen übereinstimmt.
Unser Hauptfokus liegt dabei auf der Familiengrösse und der Altersstruktur, da beide Faktoren für eine akkurate Einschätzung der Populationsgrösse enorm wichtig sind. Sollte sich die Familiengrösse unter den hohen Populationsdichten verändert haben, hätte das unter Umständen einen großen Einfluss auf die Populationsschätzungen.
Um die Biberfamilien zu zählen, nutzen wir Fotofallen, die Fotos der Schwanzkelle liefern. Diese sind ähnlich wie ein Fingerabdruck und praktisch für jeden Biber individuell. Anhand der Fotos können wir die Tiere also unterscheiden und zählen. Zusätzlich können wir die Schwanzkellen vermessen und so das Alter des jeweiligen Individuums abschätzen.