Ein Wochenende auf dem Niederhorn

Am vergangenen Wochenende ging ich zusammen mit Levi Fitze auf dem Niederhorn auf die Suche nach Steinböcken. Auch wenn sowohl die Steinböcke als auch das Wetter nicht genau das gemacht haben, was wir uns erhofft hatten, konnten wir dennoch einige Fotos machen.

Schon auf dem Gondeli konnten wir die ersten alpinen Tiere entdecken. Etwas unterhalb des Restaurants waren einige Birkhühner auf Nahrungssuche. Zwar schafften wir es nicht wirklich nahe an die scheuen Vögel zu kommen, immerhin konnte ich die eleganten Tiere aber zum ersten Mal halbwegs fotografieren. Bisher hatte ich von den Birkhühner nur ein Belegfoto.

Von Berghaus Niederhorn machten wir uns auf den Weg Richtung Burgfeldstand. Immer wieder zogen dichte Wolken beidseits den Berg hinauf. So fotografierten wir erst einmal die eindrückliche Landschaft.

Als wir weiterzogen trafen wir kurz darauf auf eine kleine Gruppe Alpensteinböcke. Zwei Weibchen ruhten zusammen mit ihren letztjährigen Jungen auf dem Bergrat. Zwar waren diese Tiere äusserst zutraulich, das Wetter machte das Fotografieren aber schwierig. Immer wieder hüllten aufziehende Wolken alles in dichten Nebel.

In der Hoffnung noch auf weitere Steinböcke bei besseren Bedingungen zu treffen gingen wir weiter. Bis zum Burgfeldstand konnten wir aber keine weiteren Steinböcke entdecken. Ausser einer Gämse konnten wir auch sonst nicht viel entdecken. Auch die erhofften Alpenschneehühner blieben unentdeckt.

Wir entschieden uns für ein sehr frühes Znacht im Restaurant und hofften die Steinböcke dann bei besserem Licht fotografieren zu können. Die Wetterprognose war recht vielversprechend, und so sollten sich die Wolken in den letzten Abendstunden auflösen. Eine gute Portion Pasta später machten wir uns wieder auf den Weg.

Bis auf 4 recht scheue Steinböcke konnten wir aber keine Steinböcke entdecken. Diese liessen sich kurz im Gegenlicht fotografieren. Allerdings verschwand immer wieder die Sonne hinter dichten Wolken. Als das Licht allmählich konstanter und vor allem deutlich besser wurde zog es die Steinböcke leider weiter ins Tal hinunter. Ohne Steinböcke aber bei gutem Licht widmeten wir uns wieder den Landschaften. Leider war das Alpenpanorama weiterhin verdeckt. Zusätzlich hatte ich Mühe überhaupt eine Komposition zu finden. Alle spannenden Kompositionen waren verdeckt von den Wolken und gegen das Mittelland waren die fotografischen Möglichkeiten recht eingeschränkt. Mit dem 80-400mm hatte ich schliesslich doch noch eine Komposition gefunden, mit der ich halbwegs zufrieden war.

Nachdem die Sonne untergegangen war, machten wir uns auf zu unserem Schlafplatz, wo wir unsere Schlafsäcke auspackten. Die Wolken waren mittlerweile verschwunden und die Temperaturen sanken spürbar ab. Mit drei dicken Jacken und zusätzlich einem Biwaksack über dem Schlafsack hatte ich mich auf eine warme Nacht gefreut. Doch schon bald merkte ich, dass es an meiner Ausrüstung wohl noch einiges zu verbessern gab. Zusammen mit kalten Füssen und dem ständigen kühlen Wind hatte ich Mühe überhaupt einzuschlafen. Zwar völlig übermüdet, schlief ich erst in den frühen Morgenstunden ein.

Endlich eingeschlafen verschlief ich fast den Wecker. Als ich das anbahnende Morgenrot erspähte war ich aber ruckzuck wach. Auch Levi hatte das Morgenrot gesehen und wir waren nur wenige Momente später bereits auf dem Weg Richtung Burgfeldstand. Die Schlafsäcke liessen wir beim Schlafplatz zurück. Dank dem hohen Tempo konnte ich die kühle Nacht schnell wieder vergessen. Doch Sichtungen von Steinböcken blieben leider aus und so fotografierten wir auf dem Burgfeldstand den Sonnenaufgang. Der wolkenlose Himmel bot aber nicht viele interessante Möglichkeiten. Ich entschied mich wiederum für das 80-400mm und konzentrierte mich auf eine entferntere Nebelbank. Zusammen mit einem 10-Stop Filter konnte ich die Szene für knapp 3 Minuten belichten. Das führte dazu das der Nebel ganz verschleiert wurde und dem Bild etwas Spezielles hinzufügt.

Bald machten wir uns auf den Weg zurück zum Schlafplatz. Auf dem Weg dorthin trafen wir auf eine grössere Gruppe Steinböcke. Darunter befand sich auch ein diesjähriges Jungtier, welches ich im Gegenlicht ablichten konnte. Das Licht wurde bald darauf aber schon zu hart und so liessen wir die Gruppe zurück. Beim Schlafplatz angekommen, wurde mir auch klar, weshalb ich die Nacht über so kalt hatte. Der gesamte Biwaksack und der Schlafsack innendrin waren klitschnass. Nach der Erkenntnis, dass ein Biwaksack nicht nur wasserdicht, sondern auch atmungsaktiv sein sollte, gingen wir zurück zum Berghaus, wo wir die erste Gondel ins Tal nach Hause nahmen.

Die fotografische Ausbeute war von diesem Wochenende zwar relativ gering, trotzdem war es ein super Erlebnis. Nicht nur war es das erste Mal, wo ich mit Schlafsack auf 2000 m.ü.M. draussen übernachtete, sondern ich merkte wieder einmal, dass man nie mit hohen Erwartungen in die Natur gehen sollte. Viel besser ist es, wenn man sich in die Natur begibt und die Dinge so entgegennimmt, wie sie halt gerade sind.

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Nicolas Stettler

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16.8.2022

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