MrJan Gear Floating Hide Review

Warum ich ein Floating Hide gekauft habe

Als ich anfing, Wasservögel zu fotografieren, begann ich damit, Bilder vom Ufer aus aufzunehmen. Obwohl man sehr gute Bilder vom Ufer aus machen kann und ich auch jetzt noch viel vom Ufer aus fotografiere, begann ich vor 2 Jahren, Anfangs Winter, mit der Kamera ins Wasser zu gehen. Mit meinem Neoprenanzug ging ich ins Wasser hinaus und wartete stundenlang, bis die Enten auftauchten.

Mir gelangen zwar einige gute Fotos, es gab allerdings viele Dinge, die nicht optimal waren. Ich hatte meine Kamera auf einem Stativ, und obwohl sie dadurch ziemlich sicher war, war ich nicht sehr wendig. Ich benutzte keine Tarnung, weshalb viele Enten eher auf Distanz blieben.

Als ich sah, dass viele andere Tierfotografen ein Schwimmversteck auch Floating Hide benutzen, dachte ich, dass ich vielleicht selbst eines ausprobieren müsste. Während ich zunächst darüber nachdachte, selbst einen Floating Hide zu bauen, gab ich es schnell auf. Es gibt zwar Hunderte von Anleitungen online, aber sie waren alle zu sperrig und ließen sich nicht leicht transportieren. Da ich noch kein Auto fahren kann, war dies unerlässlich. Mein Ziel war es, dass ich den Floating Hide mit meinem Fahrrad transportieren konnte. Bei diesem Kriterium standen nur zwei Schwimmverstecke zur Auswahl.

Der Floating Hide II von MrJan Gear

Beide Schwimmverstecke wurden von einer Firma namens MrJan Gear hergestellt. Beide waren aufblasbar und konnten daher in einem vernünftigen kleinen Beutel verpackt werden. Während der Floating Hide I aus einer großen aufblasbaren Schwimmkörper besteht, hat der Floating Hide II zwei lange aufblasbare Schwimmkörper, die durch eine Konstruktion aus Stäben verbunden sind. Sowohl der Floating Hide I als auch der Floating Hide II machten einen guten Eindruck. Da das Mark II etwas billiger und etwas kleiner war, habe ich mich für das Mark II entschieden. Neben dem Floating Hide bestellte ich auch die passende Luftpumpe. Beide kamen ein paar Wochen später in einem überraschend kleinen Paket an.

Während das Floating Hide I aus einem einzigen Schwimmkörper besteht. Die Mark II besteht aus zwei Schwimmern, die mit einer soliden Konstruktion aus 4 Stäben verbunden sind. Die Kamera ist über einen Stativkopf auf einem flachen Sockel in der Mitte der beiden Schwimmer montiert. Da die Verbindung der beiden Schwimmer fast im Wasser liegt, kann die Kamera sehr niedrig an der Wasseroberfläche montiert werden. Die niedrige Position der Kamera lässt die Fotos natürlicher aussehen und hilft, Vorder- und Hintergrund unscharf zu machen. Über die Auswirkungen einer niedrigen Kameraposition habe ich bereits in einem früheren Artikel geschrieben.

Using a Floating Hide from MrJan Gear for photographing grebes.

Der Floating Hide ist von Fotografen für Fotografen gemacht. Das bemerkt man auch. Die Fenster im Zelt lassen sich öffnen und mit Magneten fixieren. Dadurch ist es möglich, ein Fenster zu öffnen und zu schließen, ohne unnötig Lärm zu machen und somit ein Tier nicht zu erschrecken.

Die Fenster bestehen aus einem dünnen Netzgewebe, was es für die Tiere schwierig macht, einen im Versteck zu sehen. Von innen ist es allerdings kein Problem, nach draußen zu schauen.

Zusammenbau

Im Innern des Floating Hide II von MrJan Gear

Der Floating Hide II lässt sich sehr leicht und vor allem sehr schnell zusammenbauen. Der Verbindungssockel ist dabei bei weitem am zeitaufwändigsten. Besonders für die ersten paar Male ist der Zusammenbau der Verbindungskonstruktion etwas mühsam. Ich selbst lasse deshalb den Verbindungssockel zusammengebaut und transportiere ihn in einem Stück.

Wenn die Verbindungsbasis montiert ist, ist der Rest schnelle Arbeit. Zuerst montiere ich den Stativkopf auf die Verbindungsbasis. Nachdem die beiden Schwimmer in die beiden seitlichen Gurte gesteckt wurden, können sie aufgeblasen werden. Die Schwimmer sind mit orangenen Markierungen versehen, um sicherzustellen, dass sie an der richtigen Stelle verbunden sind.

Wenn die Schwimmer genügend Druck haben, kann die Pumpe abgenommen werden. Dank des guten Ventils verlässt fast keine Luft den Schwimmer. Das Ventil kann anschliessend mit einer Kappe gesichert werden.

Wenn die Lufttemperatur deutlich höher als die Wassertemperatur ist, kann der Druck in den Schwimmern um einiges abnehmen. Auch wenn die Schwimmer immer noch genug Druck haben, um zu schwimmen, ist es besser, wenn die Schwimmkörper vollständig aufgeblasen sind. Um die Schwimmer vollständig unter Druck zu setzen, lege ich die Schwimmkörper nach dem Aufpumpen für einige Minuten ins Wasser. Da sie durch das kalte Wasser gekühlt werden, verlieren sie etwas an Druck. Mit der Pumpe können die Schwimmer jetzt nochmals etwas mehr aufgepumpt werden. Da die meiste Luft im Inneren jetzt schon kühl genug ist, werden die Schwimmer keinen Druck mehr verlieren.

Bevor du das Zelt aufstellen kannst, solltest du zuerst die Kamera montieren. Das Zelt lässt sich leicht mit zwei Zeltstäben aufbauen. Jedes Ende eines Zeltes kann in einen Tasche an den Schwimmern gesteckt werden. Auf jeder Seite befinden sich mehrere Gummibänder zur Befestigung des Zeltes.

Damit ist der Floating Hide einsatzbereit, und du bist bereit, ins Wasser zu gehen.

Qualität

Die Schwimmer sind aus einem stabilen Material hergestellt und haben einen robusten Außenmantel. Die Ventile haben eine gute Qualität und können gesichert werden, um sicherzustellen, dass keine Luft aus den Schwimmern austritt. Die Zeltstangen sind solide. Da sie aber nicht geschliffen wurden, sind sie bei den ersten Malen zusammenstecken etwas knifflig.

Die Verbindungsbasis ist ziemlich stabil und überraschend leicht. Die Montageplatte ist nur durch je eine Klemme mit den Querstreben verbunden. Das macht sie zwar völlig sicher, aber für meinen Geschmack ist das Ganze etwas zu instabil.

Die Luftpumpe ist eine normale Pumpe, die man für jedes Schlauchboot bekommt. Sie erfüllt aber ihren Zweck, nimmt aber ziemlich viel Platz in Anspruch und passt nicht in die mitgeschickte Tasche für den Floating Hide. Das ist aber kein großes Problem, da man sowieso ein Paar Wathosen oder einen Trockenanzug mitnehmen muss.

Sicherheit

Floating Hide being used at a small pond

Die Kameraausrüstung in die Nähe oder ins Wasser zu bringen, ist immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Was das Betreten des Wassers mit meiner Kamera betrifft, so ist dies wahrscheinlich die sicherste Variante. Im Gegensatz zu einem Stativ kann der Floating Hide nicht umkippen oder im weichen Seeboden versinken. Die Schwimmer sind aus starkem Material gefertigt, und das Ganze scheint sehr zuverlässig zu sein.

Während das schwimmende Versteck für die Kamera selbst ziemlich sicher erscheint, ist die Verwendung eines Floating Hides trotzdem nicht ganz ohne. Das Benützen eines schwimmenden Versteck ist etwas, das zuerst geplant werden sollte und auch ein wenig Konzentration erfordert. Besonders, wenn man mit Wathosen unterwegs ist. Da Wathosen nur bis zur Brust gehen, kann es leicht passieren, dass ein bisschen Wasser in die Wathose gelangt. Das kann ziemlich gefährlich werden, wenn sehr viel Wasser eindringt. Die Luft an den Füßen wird dabei eingeschlossen und der Wasserdruck drückt die Füße dann nach oben. Aus diesem Grund und aufgrund der Tatsache, dass es fast nicht möglich ist, ohne Bodenkontakt zu fotografieren, empfehle ich dir, immer festen Kontakt zum Seeboden zu haben. Dies gilt insbesondere dann, wenn du mit Wathosen ins Wasser gehst. Ich hatte bisher noch nicht die Gelegenheit, mit dem Floating Hide zu fotografieren, wenn es warm genug war, um einen Neoprenanzug zu benutzen. Damit könnte ich den Floating Hide auch an tieferen Gewässern einsetzen und vielleicht sogar mit damit schwimmen.

Etwas, das ich in Zukunft vielleicht in Erwägung ziehe, ist ein Trockenanzug. Er hätte nicht nur die Vorteile des Neoprenanzuges, er würde mich auch bei kälteren Temperaturen noch warmhalten. Auch in den Wathosen wird es meist recht schnell kalt. Die Firma, die die Floating Hides herstellt, bietet einen speziellen Trockenanzug* an, der speziell für das Fotografieren mit Schwimmverstecken hergestellt wird. Dieser macht einen sehr guten Eindruck und wäre wahrscheinlich die ideale Ergänzung zum Floating Hide.

Du hast dir den Floating Hide von MrJan Gear gekauft oder hast selber ein Schwimmversteck gebaut? Bevor du aber zum ersten Mal mit deiner Kameraausrüstung ins Wasser gehst, solltest du überprüfen, ob alles richtig funktioniert und schwimmt. Vor jedem Gebrauch an einer neuen Location solltest du den Standort auf mögliche Gefahren überprüfen. Wie tief ist der Seeboden? Wie steil ist das Ufer? Gibt es eine Wasserströmung, die dich wegtreiben könnte? Versuchen immer auch, ein Auge auf dem Wetter zu behalten. Wind und Wellen machen es schwierig, sich schnell im dem Wasser zu bewegen. Verlasse deshalb bei Gewittern rechtzeitig das Wasser.

Vorteile gegenüber anderen Schwimmverstecken

Da der Floating Hide sehr leicht ist und die Schwimmer mit Luft gefüllt sind, kann er auch in flachen Gewässern eingesetzt werden. Andere Schwimmverstecke haben mehr Tiefgang und können daher nicht in flachen Gewässern verwendet werden. Ich muss allerdings sagen, dass das bei weitem nicht der grösste Vorteil ist.

Für mich ist der größte Vorteil das Packmaß. Es erlaubt mir, den Floating Hide mit meinem Fahrrad zusammen mit meinen Wathosen und der Kamera zu transportieren. Zuerst befestige ich die Verbindungsbasis an meinem Rucksack. In meinem Rucksack habe ich meine Kamera und mein Gimbal-Stativkopf. Dann füge ich die Tasche mit dem Floating Hide mit den gleichen Riemen hinzu, mit denen ich die Verbindungsbasis befestigt habe. Die Tasche mit der Luftpumpe und den Wathosen befestige ich entweder am Rucksack oder am Fahrradträger. Das Ganze sichere ich mit zwei Gummibändern.

Meine bisherigen Erfahrungen mit dem Floating Hide

Haubentaucher bei der Federpflege fotografiert mit dem Floating HideIch habe den Floating Hide im letzten Herbst gekauft. Leider konnte ich ihn nur noch einmal benutzen, bevor es zu kalt wurde, um ins Wasser zu gehen. In diesem Frühjahr konnte ich das Schwimmversteck aber bereits ein paar Mal benutzen. Während ich an dem einen Morgen im Herbst noch nicht so erfolgreich war, habe ich in den vergangenen Monaten bereits einige tolle Bilder bekommen.

Leider sind die meisten, für Wasservögel geeignete Standorte, in der Schweiz geschützt. Deshalb ist es sehr schwierig, überhaupt einen Ort zu finden, an dem man das Schwimmversteck tatsächlich nutzen kann. Ich selbst habe ein paar Standorte gefunden, die ziemlich vielversprechend sind. Einer davon hat eine grössere Kolonie von Haubentauchern. Auch wenn ich einige andere Locations habe, an denen ich den Haubentaucher vom Ufer aus und zudem ohne Tarnung fotografieren kann, macht es mir immer noch Spass, den Haubentaucher mit dem Floating Hide zu fotografieren. Da es sich um eine Kolonie mit mindestens 20 bis 30 Paaren handelt, gibt es immer Action. Kämpfe und Balzverhalten sind sehr viel häufiger als an meinen anderen Standorten. Dort brüten die Haubentaucher nämlich nicht so dicht beieinander und besonders Kämpfe sind viel seltener. Da der Floating Hide mir die Möglichkeit gibt, mich zu bewegen, kann ich sehr flexibel sein. Er erlaubt mir, mich umzudrehen, mich vorwärts oder rückwärts zu bewegen, ohne dass die Vögel skeptisch werden.

Little grebe photographed from the floating hide

Leider ist es nicht bei jedem Vogel einfach, ihn im Schwimmversteck zu fotografieren. Ich habe festgestellt, dass vor allem Schwäne und Gänsesäger ziemlich misstrauisch werden. Andere Vögel verhalten sich aber genau umgekehrt. So hatte ich vor kurzem einen Zwergtaucher, der für ein paar Minuten um mich herum tauchte. Bis dahin war ich nie in der Lage, auch nur ein halbwegs vernünftiges Bild von dem Zwergtaucher zu machen.

An derselben Location gibt es auch diverse Entenarten. Die meisten von ihnen überwinterten an diesem Standort und brechen dann im Verlauf des Frühlings in Richtung Brutgebiete auf. Vor zwei Jahren beobachtete ich an diesem Ort eine Familie von Tafelenten. Mit etwas Glück habe ich dieses Jahr vielleicht wieder die Gelegenheit, eine Familie zu fotografieren. Dass sich bis vor kurzem noch ein paar Weibchen und Männchen an diesem Ort befanden macht mich recht hoffnungsvoll. Auch wenn die Enten meist sehr scheu sind, konnte ich sie bisher aus dem Schwimmversteck heraus fotografieren, ohne dass diese Anzeichen von Angst oder Misstrauen zeigten. Einige von ihnen schliefen sogar direkt neben mir ein.

Female pochard photographed from the floating hide II.

Fazit

Der Floating Hide II von Mr. Jan Gear ist von sehr guter Qualität. Es macht das Fotografieren von Wasservögeln sehr viel einfacher. Die Möglichkeit, sich zu bewegen und dabei verborgen zu bleiben, macht es zu einem Traum für jeden Tierfotografen. Würde ich das Schwimmversteck also jedem Tierfotografen da draußen empfehlen?

Nein, wahrscheinlich nicht. Trotz dem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis ist das Schwimmversteck mit 650 € immer noch eine rechte Investition. Außerdem kann der Floating Hide nicht überall eingesetzt werden, und es ist ein Werkzeug für sehr spezielle Fälle. Es ist definitiv nicht das Erste, in was man investieren sollte, wenn man mit der Tierfotografie beginnt.

Je mehr man seinen eigenen Stil in der Fotografie findet und sich auf bestimmte Tierarten spezialisiert, desto interessanter wird ein schwimmendes Tierfell. Man kann sich zwar dafür entscheiden, selbst ein Schwimmversteck zu bauen, ich bin aber mit der getroffenen Wahl wirklich zufrieden. Die Tatsache, dass der Floating Hide II von MrJan Gear so einfach zu transportieren ist, erhöht die Nützlichkeit um ein Vielfaches. Ich glaube nicht, dass ich ein sperriges Stück Schaumstoff so viel wie das aufblasbare Schwimmversteck verwenden würde. Das liegt nicht nur an dem kleinen Packmass, sondern auch daran, dass ich dem Floating Hide sehr viel mehr vertraue als einem selbstgebauten Schwimmversteck aus einem Internet-Tutorial.

Floating hide II packed for transport

Seit ich mir den Floating Hide gekauft hatte, erhielt ich immer wieder Fragen von anderen Fotografen. Für diesen ausführlichen Review habe ich versucht, die meisten dieser Fragen miteinzubeziehen. Wenn du dennoch weitere Fragen hast, kannst du mich jederzeit Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

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Fotos mit dem Floating Hide

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Nicolas Stettler

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16.8.2022

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