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Reisebericht: Fotoreise in Südfrankreich

Die Camargue zählt wohl zu den besten Gebieten für Tierfotografie in ganz Europa. Tausende Flamingos, eine beeindruckende Artenvielfalt und unzählige Zugvögel sorgen dafür, dass hier zu jeder Jahreszeit spannende Beobachtungen möglich sind. Auf dieser Reise konnten wir neben den Flamingos auch zahlreiche Libellen, Gänsegeier und sogar Laubfrösche fotografieren. Das warme, freundliche Wetter bescherte uns zudem eindrucksvolle Sonnenauf- und -untergänge. Die Mittagsstunden mit dem härteren Licht nutzten wir, um unsere Bilder direkt vor Ort zu sichten und uns in verschiedenen theoretischen Aspekten der Tierfotografie auszutauschen und weiterzubilden.

Zu den absoluten Highlights der Reise gehörten:

  • Rosaflamingos – von Flugaufnahmen, Porträts bis hin zu Mitzieher und Verwischer war alles dabei
  • Libellen en masse – ob Frühe Heidelibelle oder Feuerlibelle
  • Von Reiher am Strand bis Gänsegeier in den Bergen
Ein Flamingo im Gegenlicht

Flamingos im Gegenlicht wirken besonders gut, wenn das Wasser durch starken Wind etwas unruhig wird. Bei tief stehender Sonne entstehen dadurch viele Bokeh-Kreise, die dem Foto eine interessante Struktur verleihen. Damit diese aber nicht ausbrennen, wähle ich eine sehr dunkle Belichtung. Hierfür sind die schnellen Verschlusszeiten einer spiegellosen Kamera natürlich enorm von Vorteil. So kann ich mit der Z9 mit einer Verschlusszeit von 1/32'000 sehr dunkel belichten.


Tag 1 - Ankunft in der Camargue und erste Flamingos

Am Nachmittag holten wir die Teilnehmenden am Bahnhof in Avignon ab. Von dort fuhren wir direkt in die Camargue, wo wir im Hotel eincheckten. Nach einer kurzen Pause ging es zu Fuss in den Park, der nur wenige Gehminuten vom Hotel entfernt liegt, für eine erste Fotosession.

Dort zeigten sich vor allem verschiedene Reiherarten, ein Purpurhuhn und natürlich zahlreiche Flamingos. Unser Ziel war es, die Flamingos beim Abflug zu ihren Schlafplätzen zu fotografieren, was bereits recht gut gelang. Zudem nutzten wir die Gelegenheit für erste Versuche mit ‚Mitziehern‘.

Nach Sonnenuntergang legten wir einen kurzen Halt im Hotel ein und fuhren anschliessend nach Saintes-Maries-de-la-Mer, wo wir den ersten Abend bei einer gemeinsamen Pizza ausklingen liessen.

Ein jagender Seidenreiher mit Insektenlarve

Auch im Herbst ist in der Reiherkolonie direkt neben unserer Unterkunft noch einiges los. Dieser Seidenreiher war sehr erfolgreich beim Jagen, sodass wir die Gelegenheit hatten, ihn in Aktion perfekt abzulichten...

Fotos der Teilnehmenden

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Tag 2 - Steinwälzer am Meer, Feuerlibellen und Limikolen im Osten

Tag 2 begann kurz vor Sonnenaufgang am Meer, wo wir nach Seidenreihern und Steinwälzern suchten. Die Steinwälzer zogen sich kurz vor Sonnenaufgang leider etwas zurück, weshalb wir uns zunächst auf die Seidenreiher konzentrierten. Einige von ihnen jagten ziemlich aktiv am Ufer, wodurch uns einige tolle Aufnahmen gelangen. Ein Teil der Gruppe hatte zudem besonderes Glück: Die Steinwälzer kehrten zurück und badeten nur wenige Meter vor den Kameras! Gegen Ende zeigten sich auch für die übrigen Teilnehmenden nochmals einige Steinwälzer, sodass der Morgen insgesamt sehr erfolgreich verlief. Anschliessend fuhren wir zurück zum Hotel zum Frühstück.

Ein jagender Seidenreiher
Ein jagender Seidenreiher

Ein weiterer Seidenreiher bei der Jagd. Seine Versuche blieben jedoch erfolglos.

Im Verlauf des Morgens folgte ein Theorieblock zur Belichtung und zu verschiedenen Kameraeinstellungen, bevor wir zum Mittagessen in die Stadt fuhren. Nach einer längeren Pause ging es am Nachmittag schliesslich mit dem Auto in den Osten der Camargue. Ein erster Stopp in einem Schilfgebiet, eigentlich für die Vogelbeobachtung gedacht, entpuppte sich dann aber als idealer Ort für Libellen. Vor allem Feuerlibellen liessen sich hier gut fotografieren. Dabei arbeiteten wir unter anderem auch mit Abschatten, um weicheres Licht zu erhalten.

Eine Feuerlibelle im Schilf
Eine Feuerlibelle im Schilf

Weiter im Osten suchten wir zuerst mit dem Spektiv nach weiteren Vogelarten und wurden da auch mehrfach fündig: Dünnschnabelmöwen, Schwarzkopfmöwen, Säbelschnäbler, Brandseeschwalben sowie ein Sanderling in einer grösseren Gruppe von Alpenstrandläufern.

Wir warteten schliesslich bis zum Sonnenuntergang, in der Hoffnung, die Arten im Gegenlicht fotografieren zu können. Leider zogen im Westen vermehrt Wolken auf, sodass der Sonnenuntergang nicht ganz wie erhofft ausfiel. Trotzdem entstanden einige schöne Bilder, vor allem von durchziehenden Brandseeschwalben, verschiedenen Reiherarten und Möwen.

Ein Kuhreiher vor eindrücklicher Wolkenformation im Gegenlicht

Ein Kuhreiher fliegt pünktlich zum Sonnenuntergang zurück zum Schlafplatz...

Fotos der Teilnehmenden

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Tag 3 - Morgenrot über den Flamingos und Camargue-Pferde im Abendlicht

Den dritten Tag begannen wir erneut bei Sonnenaufgang, allerdings in der Nähe des Hotels. Anfangs sah es noch nach einem bewölkten Morgen aus, doch schon bald brachen die ersten Lichtstrahlen durch, und es entwickelte sich ein Morgenrot, das sich über den gesamten Himmel zog. Ideal, um die landenden Flamingos einmal mit etwas weniger Brennweite im Flug und mit viel Umgebung zu fotografieren. An Farben fehlte es an diesem Morgen wirklich nicht und teilweise wirkten die Bilder fast schon etwas kitschig.

Ein Flamingo vor eindrücklicher Wolkenformation

Der Morgen bot aber für alle genügend Motive, denn neben den Flamingos zeigten sich auch diverse Reiherarten, vor allem Seiden- und Graureiher, aber auch Kuhreiher und einige Nachtreiher. Ab und zu flogen zudem Sichler und verschiedene Limikolen vorbei.

Nach dem Frühstück folgte ein weiterer Theorieblock, diesmal zum Autofokus und zu weiteren Kameraeinstellungen. Danach ging es zum Mittagessen, gefolgt von einer längeren Pause.

Am heutigen Abend standen schliesslich die Camargue-Pferde auf dem Programm. Dort trafen wir eine einheimische Fotografin, die sich seit Längerem auf die Pferdefotografie in der Camargue spezialisiert hat und uns wertvolle Tipps geben konnte. Die letzten Stunden des Tages verbrachten wir damit, die Pferde in verschiedenen Szenen und vor unterschiedlichen Hintergründen zu fotografieren.

Die weissen Pferde der Camargue
Die weissen Pferde der Camargue

Zwei Reiter unterstützten uns dabei und positionierten die Pferde immer wieder so, dass sie im besten Licht standen. Höhepunkt waren die Szenen bei Sonnenuntergang, als die Pferde vor oder durch das Wasser an uns vorbeirannten. Erfreulich war zudem, dass es dieses Jahr nur wenige Mücken gab, was den Abend im Vergleich zur Frühlingsreise deutlich angenehmer machte.

Mit vielen tollen Fotos fuhren wir schliesslich zurück zum Hotel, wo wir rund um den Pool gemeinsam unsere Sandwiches assen.

Fotos der Teilnehmenden

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Tag 4 - Bartmeisen am Schilfrand und Makromotive am Nachmittag

Wir begannen den heutigen Tag in einem schönen Schilfgebiet auf der Suche nach Purpurhühnern. Zwar hörten wir zahlreiche Rufe und bekamen auch immer wieder einzelne Vögel zu sehen, für gute Fotos waren die heimlichen Vögel an diesem Morgen leider zu weit entfernt.

Beim Warten auf die Purpurhühner konnten wir letztendlich aber einige unverkennbare Rufe im Schilf orten: Bartmeisen! Mit etwas Geduld kamen sie überraschend nah an uns heran, da sie immer wieder vom Schilf an den Wegrand flogen, um dort Sand aufzupicken. Der Hintergrund: Im Sommer ernähren sich Bartmeisen von Insekten, im Herbst stellen sie auf Sämereien um. Die aufgenommenen Steinchen und Sandkörner helfen ihnen, die Samen im Magen zu zerkleinern. Auf dem Rückweg entdeckten wir noch einige Kuhreiher auf den weissen Pferden. Daneben flogen regelmässig auch Flamingos vorbei.

Eine Bartmeise im Schilf
Die weissen Pferde der Camargue mit Kuhreiher

Bevor es für uns schliesslich zum Frühstück ging, konnten wir zudem ein junges Wildschwein fotografieren, dass dem Weg entlang auf uns zukam. Als es uns bemerkte verschwand es recht zügig im nahen Schilf, für einige Aufnahmen reichte es jedoch gerade noch aus.

Ein Wildschwein in der Camargue

Nach einer kurzen Pause folgte ein weiterer Theorieblock zum Thema Gestaltungsmittel, bevor es wiederum in die Stadt zum Mittagessen ging. Am Nachmittag suchten wir nach einer weiteren Pause nach Laubfröschen und anderen Makromotiven. Im Herbst ist es für Laubfrösche eigentlich schon recht spät, im Frühling sind die Chancen deutlich besser. Trotzdem fanden wir ein paar gut sitzende Tiere, die sich auch schön fotografieren liessen. Ausserdem zeigten sich zahlreiche Frühe Heidelibellen und weitere Libellenarten, die wir teilweise sogar im Flug ablichten konnten. Auch Heuschrecken und weitere Insekten sorgten für eine gute Abwechslung.

Zum Sonnenuntergang fuhren wir zu einem Turm inmitten eines weiteren Feuchtgebiets. Leider zogen auch heute gegen Abend dichte Wolken auf, sodass das Licht schnell schwächer wurde. Wir konnten zwar noch einige interessante Vögel beobachten, zum Fotografieren war es aber bald zu dunkel. Den Abend liessen wir trotzdem gemütlich ausklingen und assen auf dem Rückweg zur Unterkunft unsere Sandwiches.

Eine Heidellibelle im Flug
Ein Mittelmeer-Laubfrosch in der Camargue

Fotos der Teilnehmenden

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Tag 5 - Letzter Morgen in der Camargue und Weiterreise nach Nyons

Den fünften und letzten Tag in der Camargue begannen wir frühmorgens nochmals im Park neben der Unterkunft. Ein letztes Mal fotografierten wir die Flamingos im Landeanflug und nutzten die Gelegenheit für weitere Bilder der Reiher. Zwischendurch zogen immer wieder kleinere Regenschauer durch, denn eine kräftige Schlechtwetterfront war im Anmarsch. Im Minutentakt meldeten sich unsere Handys mit Unwetterwarnungen, da für den Tag starke Gewitter angekündigt waren.

Flamingo im Landeanflug.
Flamingo im Landeanflug.

Wir entschieden uns deshalb, nach dem Frühstück früher als geplant aufzubrechen, um nicht in ein heftiges Gewitter zu geraten. Kurz nach Mittag packten wir unsere Sachen und machten uns auf den Weg zu unserer zweiten Unterkunft in Nyons.

So blieb am späteren Nachmittag noch Zeit, die hübsche Stadt Nyons auf eigene Faust zu erkunden. Beim Abendessen gab es ein feines Couscous, bevor wir uns etwas früher als sonst ins Bett begaben, um am nächsten Tag ausgeruht starten zu können.

Ein junger Flamingo wird vom Altvogel gefüttert

Fotos der Teilnehmenden

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Tag 6 - Gänsegeier aus nächster Nähe

Den ersten vollen Tag in Nyons begannen wir für einmal mit dem Frühstück im Hotel. Danach fuhren wir in die Berge zu den Gänsegeiern und legten unterwegs einen kurzen Halt im Supermarkt ein, um uns mit Snacks für den Tag einzudecken.

Das Wetter spielte uns dabei in die Karten: Der Himmel war bedeckt, das Licht entsprechend weich. Gerade bei Gänsegeiern ist das ein Vorteil! Sie sind vor allem tagsüber aktiv, wenn gute Aufwinde herrschen, und fliegen auch bei Bewölkung. Für die Fotografie bedeutet das nicht nur weicheres Licht, sondern auch deutlich weniger Hitzeflimmern.

Die Gänsegeier liessen nicht lange auf sich warten. Rund um die Mittagszeit konnten wir sie ausgiebig und oft aus sehr guten Distanzen fotografieren. Auch am Nachmittag zeigten sich immer wieder einzelne Vögel. Besonders eindrücklich war es, die grossen Geier ohne Flügelschlag, aber mit hohem Tempo und teils nur wenige Meter entfernt an uns vorbeiziehen zu hören.

Zwei Gänsegeier im Flug, als Mitzieher fotografiert
Ein Gänsegeier im Flug, als Mitzieher fotografiert

Als die Aktivität am späteren Nachmittag nachliess, machten wir uns etwas früher auf den Rückweg. Dabei legten wir noch einen Stopp mit Eis und Kaffee ein, die Suche nach Zwergohreulen blieb allerdings erfolglos. Abends liessen wir den Tag bei einem gemeinsamen Abendessen im Restaurant ausklingen.

Ein Gänsegeier im Flug
Ein Gänsegeier im Flug, als Mitzieher fotografiert

Fotos der Teilnehmenden

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Tag 7 - Low-Key, Mitzieher und ein Steinadler

Den letzten vollen Tag der Reise gestalteten wir ähnlich wie den Vortag und besuchten nochmals die Gänsegeier. Das Wetter war diesmal allerdings fast zu schön: Der wolkenlose Himmel sorgte gerade um die Mittagszeit für sehr hartes Licht. Die Gänsegeier waren bei unserer Ankunft bereits wieder zahlreich unterwegs. Das harte Licht nutzten wir für Low-Key-Aufnahmen, die auch bei starker Sonne gut funktionieren. Mit der Zeit zogen zudem Quellwolken auf, sodass wir im Laufe des Nachmittags doch noch schönes, weiches Licht bekamen.

Drei Gänsegeier im Gegenlicht

Neben den Gänsegeiern zeigten sich weitere Greifvögel: vor allem Turmfalken, aber auch ein Baumfalke, ein Wanderfalke, Mäusebussarde und Rotmilane. Highlight war aber ganz klar ein Steinadler, der sich recht gut fotografieren liess. Eine Seltenheit für diese Location!

Zudem experimentierten wir mit Mitzieheraufnahmen und langen Verschlusszeiten, um die Gänsegeier auf andere Weise darzustellen. Die zwei Tage am gleichen Ort boten dafür ideale Voraussetzungen: Da die guten Aufnahmen bereits im Kasten waren, konnte man sich ohne Druck kreativ ausprobieren. Als die Aktivität am späteren Nachmittag nachliess, fuhren wir zurück zum Hotel und liessen den letzten Abend in einem schönen Restaurant ausklingen.

Ein Steinadler im Flug

Fotos der Teilnehmenden

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Tag 8 - Tag der Abreise

Am Abreisetag hiess es etwas früher aufstehen. Nach einem kurzen Frühstück im Hotel fuhren wir direkt zurück nach Avignon, wo wir mit genügend Zeitreserve am Bahnhof ankamen. Von dort traten die Teilnehmenden ihre Heimreise an, unter anderem mit dem Direktzug nach Deutschland, was die Rückfahrt deutlich angenehmer machte.

Damit ging auch diese wunderbare Reise wieder zu Ende. Es war eine Woche mit vielen schönen Momenten, guten Gesprächen und spannenden Beobachtungen. Auch mit dem Licht hatten wir häufig Glück, trotz teilweise sehr schlechter Wettervorhersagen. Zudem hielten sich die Mücken angenehm zurück. Die Reise wird mir aber vor allem auch dank den tollen Teilnehmenden in bester Erinnerung bleiben.

Neugierig gemacht?

Die nächste Fotoreise in die Camargue findet vom 25.09. bis 02.10.2027 im Spätsommer statt. Im Frühjahr 2028 wird die Reise voraussichtlich wieder stattfinden.

Weitere Fotoreisen von mir findest du auf meiner Webseite unter Reisen oder direkt bei Birdingtours.

Birdingtours Webseite ansehen

Weitere Bilder

Ich war dann noch einmal gut eine Woche allein in der Region unterwegs. Dabei haben sich natürlich wieder etliche Fotos angesammelt. Unter anderem war ich bei den Gänsegeiern unterwegs und habe mit dem Laowa Periprobe Laubfrösche und Libellen fotografiert. Eine kleine Auswahl davon habe ich hier nochmals aufgeführt ...

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Nicolas Stettler

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