Tierfotografie in Norwegen

Nachdem ich 2018 schon einmal in Norwegen war, hatte ich seit der Rückreise den Wunsch wieder zurückzukehren. In diesem Sommer ging dieser Wunsch endlich in Erfüllung, wenn auch nicht ganz wie ursprünglich geplant.

Eigentlich war die Absicht nämlich, 6 Wochen in Norwegen zu verbringen. Einmal drei Wochen mit den Eltern im Westen Norwegens und dann nochmals drei Wochen mit einem Kollegen auf den Lofoten. Aufgrund von Corona-Einreise-Beschränkungen wurden dann allerdings nur die 3 Wochen auf den Lofoten Wirklichkeit. Die anderen 3 Wochen verbrachte ich mit meiner Familie in Deutschland. Gelohnt hat sich es aber trotzdem allemal und ich konnte diverse Tierarten beobachten und fotografieren, wie es mir bisher noch nie gelang. Einige der Fotos dazu findest du hier.

Nach Ende der Drei Wochen in Deutschland ging es dann mit meinem Kollegen von Hamburg aus mit dem Zug Richtung Schweden bis wir schliesslich auf Höhe der Lofoten in Norwegen ankamen. Doch die Reise mit dem Zug gestaltete sich mehr als mühsam. Schon in Hamburg kam nämlich die erste Überraschung. Statt drei Wagen, fuhr nur einer Richtung Kopenhagen. In einem völlig überfüllten Zug ging es dann nach Kopenhagen, wo wir dann umsteigen mussten.

Nur fuhr dieser Zug nicht da ab, wo es auf den Anzeigetafeln stand. So verpassten wir also diesen Zug, obwohl wir eigentlich nach App und Anzeigetafeln am richtigen Ort standen. Als wir realisierten, dass hier wohl etwas nicht stimmen kann, war der Zug bereits abgefahren. Der nächste Zug, der dann am richtigen Ort abfuhr, war dann wieder völlig überfüllt. Hinzu kam dann noch, dass an der nächsten Station ein Bahnangestellter auf die Idee kam, den halben Zug um zuweisen. Wir mussten also mitsamt etlichen Leuten ins vordere Abteil wechseln, welches eh schon völlig voll war. Mitsamt Gepäck war das natürlich alles andere als angenehm.

Bis wir dann in Malmö angekommen waren, war unser Anschlusszug natürlich längst abgefahren. Der Zug war aber reservationspflichtig und wir mussten uns nun erkunden, ob wir einfach in den nächsten Zug einsteigen könnten. Nur wo? Die Informationsstelle am Bahnhof hatte am Samstag-Mittag geschlossen und der Telefon-Kundendienst war ebenfalls im Urlaub. Blieb uns also nur, das Personal des nächsten Zuges zu fragen, ob noch ein Platz frei war. Die Zuständige für den Zug hatte aber kein Ohr für uns und anstatt uns in irgendeiner Weise zu helfen, wurden wir lautstark zurecht gewiesen, der Zug sei bereits ausgebucht und wir sollen mit den vorderen Zugunternehmen schauen, wie wir das ganze lösen könnten.

Hier lag nämlich auch das Problem, bisher hatten wir für jede Strecke einen anderen Anbieter und den Zug, den wir ursprünglich in Malmö nehmen wollten, gehörte nochmals einer anderen Firma als den der nun eine Stunde später fuhr. Einen neuen Sitzplatz zu reservieren war ebenfalls keine Option, da die ersten freien Plätze erst 7 Tage später abfuhren. So mussten wir zuschauen, wie der Zug dann schliesslich mehr oder weniger leer nach Stockholm abfuhr und wir mussten uns überlegen ob und wie wir überhaupt noch nach Narvik kommen könnten. Schliesslich boten sich uns noch zwei Optionen erneut beim nächsten Zug fragen oder mit dem Bus nach Oslo und von da aus nach Narvik fliegen und damit genau das machen, was wir ursprünglich eigentlich verhindern wollten. Wir warteten vorerst noch den Zug ab in der Hoffnung vielleicht doch noch einen Platz zu ergattern. Wir hatten Glück und tatsächlich fand der Kontrolleur für uns noch ein Abteil für uns. Uns hiess in diesem Fall wir zwei plus eine weitere Person, die ebenfalls den Zug verpasste. Zwei weitere, die auf dieselbe Weise den Zug verpassten, hatten sich zuvor schon für einen Bus Richtung Stockholm entschieden.

Schliesslich kamen wir dann am Abend in Stockholm an, wo wir noch am selben Abend auf den Zug nach Boden wechselten. Dieser hatte dann durch die Nacht durch so viel Verspätung angesammelt, dass wir schlussendlich in Boden vor unserem Hotel standen, welches leider bereits geschlossen hatte. Nach einer guten halben Stunde ging dann mal endlich jemand ans Telefon und wir kamen dann trotzdem noch in unser Zimmer.

Alles in allem hatten wir noch Glück, denn nur ein paar Stunden später gab es einen Unfall auf der zuvor absolvierten Strecke. Die nachfolgenden Züge fuhren dann alle mit mindesten 10 Stunden Verspätung.

Schon in Boden, konnte ich die ersten Tiere fotografieren. So hatte es beispielsweise eine Vielzahl an Pfeifenten-Familien, die relativ zahm an den Uferpromenaden grasten. An einem Teich mitten in der Siedlung konnte ich dann zusätzlich zum ersten Mal Zwergmöwen fotografieren. Diese brüteten zusammen mit Lachmöwen in dem Teich und flogen rege umher. Nach einigen missglückten Versuchen gelang mir dann endlich auch ein Foto von der kleinen Möwe.

Eine Pfeifente mit ihrem Jungen.

1/800 | f/ 4 | ISO 360 | 500mm

Eine Zwergmöwe fliegt auf die Kamera zu.

1/3200 | f/ 4 | ISO 1250 | 500mm

Ein Trauerschnäpper Weibchen im dunklen Wald.

1/800 | f/ 4 | ISO 4500 | 500mm

Am nächsten Morgen ging es dann mit dem Zug, wieder mit gut anderthalb Stunden Verspätung, nach Narvik, bzw. nur an die Grenze von Norwegen. Während die Züge zwar leer weiter nach Narvik fuhren und dann vollbesetzt wieder Richtung Schweden, mussten wir kurz vor der Grenze aussteigen. Uns war das aber bereits bewusst und so hatten wir uns ein Taxi an die Grenze bestellt. Dieses durfte uns aber nicht über der Grenze abholen und so mussten wir mitsamt all dem Gepäck noch gute 2 km zur Grenze laufen. An der Grenze holte uns dann das Taxi ab und wir fuhren dann mit einem Audi e-Tron nach Narvik. Irgendwo dazwischen mussten wir dann einem Polizist noch unsere ID’s und Covid-Zertifikate präsentieren. Voll elektrisch kamen wir also in Narvik an, wo wir dann am nächsten Tag unser Auto übernahmen. Dieses war zwar leider nicht elektrisch, dafür bot es aber reichlich Platz damit wir hinten schlafen konnten. Eigentlich war das nur die «Notlösung», falls das Wetter zu schlecht gewesen wäre für unser Zelt. Wie sich dann herausstellte konnten wir nicht einmal in unserem Zelt schlafen…

Nachdem wir das Auto am Flughafen von Narvik übernommen haben und wir unsere Ausrüstung komplettiert haben, fuhren wir dann bis nach Tromsø. Neben einer langen Wanderung in den umliegenden Bergen, wo ich unteranderem Goldregenpfeifer, Bergfinken und Sandregenpfeifer fotografieren konnte, war vor allem ein See voller Sterntaucher ein grosses Highlight. Glücklicherweise war die «Nacht» durch das Wetter äusserst gut und so fotografierte ich an diesem Abend bis um 4 Uhr morgens.

Dies sollte dann das letzte Mal für eine längere Zeit sein, wo wir die Sonne für mehr als 10 Minuten am Stück sehen konnten. Stürmisches Wetter brachte uns viel Regen und der Wind machte das ganze noch unangenehmer. Mitsamt den eher kühlen Temperaturen war das ganze selbst im zum Camper umgebauten Kastenwagen eher unangenehm. Eine Einwohner mit dem wir uns später unterhalten haben, sprach dabei sogar vom schlechtesten Wetter in über 12 Jahren.

Wir entschieden uns deshalb, die Nächte jeweils auf Camping-Plätzen zu verbringen, wo wir immerhin meist einen Raum oder sogar eine Küche zur Verfügung hatten, wo wir unsere Sachen trocknen konnten. Wegen den sich ständig wechselnden Bedingungen war es schwierig grössere Wanderungen zu machen. Scheinbar aus dem nichts war man von einem auf den anderen Blick im Nebel. Dieser Nebel entpuppte sich aber manchmal auch zu einem intensiven Regenguss, beides nicht wirklich ideale Bedingungen zum Wandern und Fotografieren. Zumal die Wanderwege nach einigen Tage mehr einem Bachbett glichen als einem Weg. Mit trockenen Schuhen von einer Wanderung zurückzukehren war ein Ding der Unmöglichkeit und am nächsten Tag wieder in die halbnassen Schuhe zu treten eine Tortur.

Wir trotzten den Wetterbedingungen so gut es ging und machten trotzdem einige Wanderungen, wenn auch einige davon mit keiner Aussicht belohnt wurden. Manchmal hoben sich die Wolken aber für einen kurzen Augenblick, bevor wir wieder in dichtem Nebel verschluckt wurden.

Ein Strand auf den Lofoten.

1/4 | f/ 10 | ISO 100 | 14mm

Sturm auf den Lofoten.

75s | f/ 8 | ISO 160 | 30mm

Aussicht auf den Lofoten.

1/100 | f/ 6.3 | ISO 320 | 55mm

Als wir von einer dieser Wanderungen zurückkehrten, standen wir dann kurze Zeit später mit dem Auto vor drei Elchen. Eine äusserst eindrückliche Begegnung. Selbst in unserem Peugeot Expert, mit X Meter eigentlich ein sehr grosses Auto, fühlten wir uns plötzlich doch recht klein. Wirklich gute Fotos gab es dabei leider nicht, zumal es bereits recht dunkel war. Die Begegnung war trotzdem eines der grossen Highlights der ganzen Reise.

Ein Elch auf den Lofoten.

1/640 | f/ 4 | ISO 5000 | 500mm

Ein Elch auf den Lofoten.

1/250 | f/ 4 | ISO 5000 | 500mm

Eines Tages auf einer weiteren Fahrt durch die unberührte Landschaft entdeckte ich am Rande der «Strasse» einen jungen Fuchs. Dieser war äusserst zutraulich und lief mir schliesslich sogar hinterher. Weil er sich aber meist auf der Strasse befand, konnte ich leider nicht ganz so gut davon profitieren, da in den Weitwinkligen Aufnahme immer auch die Strasse zu sehen ist. Nach einer Weile verlor der junge Fuchs langsam das Interesse an mir und zog weiter. Da sich der Fuchs in der Nähe einer Farm befand, schliesse ich nicht aus, dass der Fuchs dort gefüttert wurde.

Ein weitwinkliges Foto von einem jungen neugierigen Rotfuchs.

1/1600 | f/ 1.8 | ISO 100 | 50mm

Ein Foto von einem jungen neugierigen Rotfuchs.

1/1250 | f/ 4 | ISO 360 | 500mm

Ein Foto von einem jungen neugierigen Rotfuchs.

1/2000 | f/ 1.8 | ISO 100 | 50mm

Unterwegs begegneten wir immer wieder Menschen, welche ebenfalls in den Ferien waren oder einfach hier wohnten. Immer wieder gab es spannende Gespräche und wir konnten nicht nur unser Englisch einmal in Echt anwenden, sondern lernten auch vieles über Norwegen. Diese spannenden Begegnungen waren ein weiteres Highlight der Reise und werde ich so schnell nicht mehr vergessen.

Gegen Ende unsere Reise gab es dann plötzlich eine weitere Überraschung. Eines Morgens beim Losfahren gingen plötzlich diverse Lichter beim Tacho an. So waren wir gezwungen mal in einer Garage vorbeizuschauen. Der Peugeot-Experte war aber gerade in den Ferien. Nach Absprache mit unserem Mietwagen-Unternehmen fuhren wir also einfach weiter mit diversen blinkenden Lämpchen am Tacho. Glücklicherweise blieb es aber nur bei den Warnlämpchen und wir konnten ohne Probleme weiterfahren.

Als wir dann am Ende der Lofoten ankamen ging es noch nach Rost, wo wir bei einem Schulkollegen von mir übernachten konnten. Mit einem kleinen Holzboot ging es von dort aus diverse umliegende Inseln. Eine davon war Teil der ursprünglich grössten Papageientaucher-Kolonie der Welt. Doch leider haben die Bestandeszahlen in den letzten 50 Jahren um über 80% abgenommen. Während 1979 noch 1.4 Millionen Papageientaucher auf den Inseln vor den Lofoten gebrütet haben, sind es heute nur noch ungefähr 240'000. Gründe dafür sind neben dem Hauptverursacher dem Klimawandel vor allem die Überfischung und Beifang. So gab es einige Jahre, in denen die Nahrung für die Papageientaucher und deren Jungen komplett ausfiel.

Trotz der dramatischen Abnahme hatte es noch immer sehr viele Papageientaucher und Tordalke vor Ort. Wir waren nicht ganz in der Hauptsaison, weshalb einige der Seevögel die Felsen bereits wieder verlassen haben. Die Zeichen waren aber dennoch alarmierend und eindeutig. Auch wenn ich keinen direkten Vergleich zu früher hatte, merkte auch ich, dass die Kolonie nicht mehr das gleiche war wie früher. Ein Grossteil der Felsen war leer und nur der heruntergewaschenen Vogelkot und alte Nester zeigten, wo früher reges Treiben war und heute nur noch vergleichsweise wenige Vögel brüteten. Ich war umso froher als ich einige der wunderbaren Tiere trotzdem noch fotografieren konnte.

Die Insel war auf allen Seiten sehr steil und nur auf einer Seite konnte man vorsichtig hochklettern. Mitsamt dem schweren Rucksack war das relativ anstrengend, der Ausblick und die verbliebenen Seevögel machten das ganze aber wett.

Ein Papageientaucher auf den Lofoten ruht sich kurzzeitig aus.

1/500 | f/ 4 | ISO 500 | 500mm

Ein Tordalk fliegt uns auf den Lofoten hinterher.

1/4000 | f/ 4 | ISO 450 | 500mm

Ein Papageientaucher auf den Lofoten.

1/1600 | f/ 4 | ISO 1800 | 500mm

Aussicht auf die äussersten Inseln Røsts.

1/400 | f/ 8 | ISO 800 | 500mm | Panorama

Auf dem Inselarchipel konnte ich schliesslich noch eine weitere spannende Art fotografieren, nämlich das Odinshühnchen. Dieses sieht nicht nur speziell aus, auch sein Verhalten ist äusserst seltsam. So haben sich bei diesen Vögeln die Geschlechterrollen vertauscht und es sind die Weibchen, welche mit einem Prachtkleid um die Männchen werben. Umgekehrt besitzen die Männchen hingegen nur ein eher unauffälliges Federkleid. Als sich am letzten Tag unserer Reise die Sonne doch noch einmal zeigte, verbrachte ich den die Nacht bzw. den Morgen mit den kleinen Vögeln. Mein Schlafrhythmus war zwar somit vollends aus den Angeln geraten, der Aufwand hatte sich aber gelohnt und ich konnte während der gesamten Nacht nicht nur die Odinshühnchen sondern auch noch andere Vögel fotografieren.

Ein Odinshühnchen auf Røst vor grünem Hintergrund.

1/2000 | f/ 4 | ISO 900 | 500mm

Ein Sandregenpfeifer hält Ausschau.

1/200 | f/ 4 | ISO 320 | 500mm

Ein Odinshühnchen auf Røst vor grünem Hintergrund.

1/2000 | f/ 4 | ISO 560 | 500mm

Ein Odinshühnchen auf Røst vor grünem Hintergrund.

1/2000 | f/ 4 | ISO 900 | 500mm

Zwei kämpfende Schmarotzerraubmöwen vor dem Mond.

1/1250 | f/ 4 | ISO 72 | 500mm | Focus Stack

Ein Sandregenpfeifer in seinem Bruthabitat.

1/1000 | f/ 4 | ISO 400 | 500mm

Am Abend ging es dann mit der Fähre nach Bodø, wo wir dann am Folgetag unser Auto abgaben. Mit dem Nachtzug ging es dann nach Trondheim, wo wir dann am Nachmittag weiter nach Oslo fuhren. Eigentlich war die Weiterfahrt bereits auf den Morgen geplant, weil ich aber weder über die offizielle Homepage noch über Interrail reservieren konnte, fanden wir wiederum erst am Nachmittag einen freien Zug. In Oslo verbrachten wir dann noch einmal eine Nacht, bevor es mit der Fähre nach Kiel ging.

Der Fährhafen befand sich etwas ausserhalb von Oslo, weshalb wir noch einen Bus benötigten. Als wir dann endlich den richtigen gefunden haben, wurden wir irgendwo auf einer Autobahnausfahrt ausgeladen und wir mussten nochmals 500m zur Fähre laufen. Dazwischen befand sich noch eine Überführung, welche nur per Treppe erreichbar war. All das Gepäck hochgeschleppt, kamen wir dann endlich beim Fährhafen an. Die Fähre war dann eigentlich mehr ein Kreuzfahrtschiff und war an kitsch nicht zu übertreffen. Tickets ohne Kabine gab es leider keine was den ganzen Spass noch teurere machte. Weil die Zuglinie zwischen Oslo und Deutschland wegen Bauarbeiten extrem kompliziert war, blieb uns aber keine andere Option. Normalerweise würde von Kiel aus dann der Zug bis nach Basel durchfahren. Die Deutsche Bahn hatte aber andere Pläne und nutzte die Ferienzeit für Bauarbeiten. So mussten wir zuerst in einen völlig überfüllten Zug nach Hamburg, bevor wir dann in einen noch volleren ICE nach Offenburg gestopft wurde. Der Zug war schliesslich so voll, dass wir uns ernsthaft schon überlegten, uns in die Gepäckablagen oberhalb der Sitze zu legen. Nach 2 Stunden Fahrzeit fanden wir dann aber glücklicherweise eine Sitzplatz.

In Offenburg mussten wir dann mit Bussen nach Freiburg im Breisgau fahren. Auf der Autobahn hatte es Stau und so mussten wir das ganze etwas Umfahren. Der Zug in Freiburg wartete aber leider nicht auf seine Gäste und fuhr ohne uns los. Unser Bus war sogar noch einer der ersten, der überhaupt in Offenburg losfuhr. So mussten wir uns wieder in einen völlig überfüllten Regionalzug stopfen in Richtung Basel Badischer Bahnhof. Das Gleis, auf dem dieser Zug fuhr, war natürlich wieder nur per Treppe erreichbar und so mussten wir unser Gepäck wieder hochschleppen. Von dort ging es dann weiter Richtung Basel SBB mit dem Tram, bevor es mit dem ICN über Olten endlich zurück nach Biel ging.

Insgesamt dauerte die Hinfahrt von der Schweiz aus fast 4 Tage und die Rückfahrt von Bodø wiederum 4 Tage. Insgesamt also 8 Tage Stress, Gepäck herumschleppen meist in Ungewissheit ob und wann man dann endlich an seinem Ziel ankommt. Immerhin war die Anreise zwar bis auf die Fähre einigermassen umweltverträglich. Doch selbst ich muss zugeben, dass ich meine Entscheidung gegen das Flugzeug während der Fahrt einige Male hinterfragt habe. Alles in allem haben wir für die An- und Abreise auch deutlich mehr bezahlt als das bei einem Flug inklusive Kompensation der Fall gewesen wäre.

Klar war die Situation aufgrund von Corona etwas speziell und deshalb die Sitzplätze in einigen Zügen beschränkt. Hinzu kam neben ungünstigen Bauarbeiten auch hinzu, dass wir zum ersten Mal mit Interrail unterwegs waren. Im Nachhinein hätten wir wahrscheinlich einiges etwas anders gemacht und uns vielleicht damit ein wenig Stress sparen können.

Abschliessend muss ich deshalb leider sagen, dass ich Reisende per Flugzeug innerhalb Europas leider zu einem gewissen Masse nachvollziehen kann. Ich kann nur hoffen, dass sich dies in naher Zukunft ändern wird. Besonders Nachtzüge finde ich eine super Sache und hoffe, dass das baldmöglichst mehr angeboten wird. Schon nur ein Zug von Zürich nach Stockholm würde die Sache wesentlich einfacher machen.

Trotz der mühseligen An- und Abreise und dem meist miserablen Wetter würde ich morgen direkt wieder in den Zug steigen. Die Landschaft, die vielen Tiere und die vielen spannenden Begegnungen mit Einheimischen und anderen Reisenden machen all den Aufwand vergessen.

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Nicolas Stettler

Weyernweg 27

2560 Nidau

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16.8.2022

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