Jahresrückblick 2020
(Teil 1)

Mittlerweile ist der Sommer auch in der Schweiz angekommen. Die Vögel sind ebenfalls schon lange mit dem Aufzucht der Jungen beschäftigt und im Wald und auf den Wiesen wurde es dementsprechend etwas ruhiger. Die ruhigere Zeit nutze ich nun um dieses erste Halbjahr, dieses sehr aussergewöhnlichen Jahres Revue passieren zu lassen.

Winter

Noch in den Winterferien hatte ich es endlich Mal geschafft, in die Alpen zu den Bartgeiern zu gehen. Der Kälte trotzend wartete ich den ganzen Tag an einem Bergkamm. Insgesamt drei Mal zeigte sich an diesem Tag der Bartgeier. Scheinbar ohne Mühe kreiste er über das Tal bis er auf einmal, nur wenige Meter vor dem Bergkamm, an mir vorbeisauste. Mehr zu diesem unglaublichen Erlebnis findest du in einem älteren Artikel.

  • Bartgeier (Gypaetus barbatus) vor dem Alpenpanorama
  • Bartgeier (Gypaetus barbatus) hoch über dem Tal
  • Bartgeier (Gypaetus barbatus) verfolgt einen Kolkraben
  • Bartgeier (Gypaetus barbatus) fliegt der Bergkante entlang.
  • Bartgeier (Gypaetus barbatus) über einem Schneefeld

Wie im Jahr zuvor habe ich wieder viel Zeit mit den Wasservögeln der Schweiz verbracht. Auch wenn viele der Entenarten recht scheu sind, hatte ich in diesem Winter einige Male recht viel Glück und ich konnte einige Tiere recht gut fotografieren.

  • Krickente an einem windstillen Tag.

    So habe ich z.B. ging ich im Januar zwei Mal auf die Suche nach den Krickenten. Ich hatte nämlich endlich einmal eine Location gefunden, an welcher ich die kleinste Ente Europas aus einer guten Distanz fotografieren konnte. Auch zum Ausflug zu den Krickenten habe ich bereits einen kleineren Artikel geschrieben.

  • Kolbenente im Nebel am frühen Morgen.

    Ein weiteres Highlight waren eine Truppe Kolbenenten, welche ich eines Morgens im dichten Nebel fotografieren konnte. Zu den Fotos der Kolbenenten habe ich ebenfalls bereits einen Artikel geschrieben.

  • Gänsesäger-Männchen am frühen Morgen.

    Nachdem ich letztes Jahr nie viel Glück mit den Gänsesägern hatte, habe ich in diesem Artikel deutlich mehr Glück. Besonders an einem Morgen konnte ich sehr viele Fotos von einem Männchen machen. Die Sonne schien bereits das Schilf im Hintergrund an, was dem Hintergrund einen goldenen Ton verlieh.

  • Reiherente vor einem herbstlichen Hintergrund.

    Den gleichen Effekt erhielt ich auch bei einem Foto einer Reiherente. Diese überwinterte zusammen mit hunderten anderen Reiherenten im Hafen. Allerdings war dies bedeutend weniger scheu und suchte in der Nähe vom Ufer nach Nahrung. An diesem Morgen wurden die Berge im Hintergrund bereits von der Sonne angeleuchtet. Weil die Bäume aber noch keine Blätter hatten, erhielt der Hintergrund ebenfalls einen orange-goldenen Farbton.

In den Sportferien war ich für 6 Tage auf Langeoog im Wattenmeer. Trotz den stürmischen Wetterverhältnissen habe ich einige gute Fotos von Sanderlingen, Weisswangengänse und Co machen können. Im Artikel Langeoog - Vogelfotografie im Winter erfährst du noch mehr über die schöne Insel und seine tierischen Bewohner.

Ein weiteres Highlight war eine Begegnung mit einem Kormoran. Dieser hockte auf einem Pfosten im Hafengelände. Die Lichtverhältnisse erlaubten mir, sogenannte Low-Key Fotos zu realisieren. Über das Foto vom Kormoran habe ich bereits einen Artikel geschrieben, in dem ich erkläre wie ich das Foto gemacht habe.

Beginn Corona-Quarantäne

Die Corona-Quarantäne erlaubte es mir, öfters auch unter der Woche vor der Schule noch kurz fotografieren zu gehen. So habe ich z.B. viele Morgen bei einer nah-gelegenen Haubentaucher Kolonie verbracht. Dabei entstanden hunderte von Fotos von den eleganten Lappentaucher.

Neben den Haubentaucher konnte ich an diesem Ort auch Zwergtaucher, Kolbenenten und Tafelenten fotografieren. Besonders den Zwergtaucher konnte ich bisher noch nie gut vor die Linse kriegen. Dank dem Floating Hide kam der Zwergtaucher aber bis auf wenige Meter auf mich zu.

Im Mai habe ich mir ein neues Objektiv gekauft. Mit dem 500 mm f/4 von Nikon ersetzte ich mein Sigma 150-600 das ich bisher intensiv genutzt hatte. Schon am ersten Abend konnte ich mein erstes gutes Foto mit dem neuen Objektiv machen. Eine jagende Rohrweihe bot auch gerade Gelegenheit den AF des Objektivs zu testen. Erst vor kurzem habe ich einen Testbericht über das 500mm f/4 geschrieben. Hier geht es zu meine Meinung über die neue Linse.

Eine Rohrweihe hat eine Maus am Boden gesehen und begibt sich in den Sturzflug.

Mit Beginn des Frühlings wurde es auch im Wald immer spannender und so verbrachte ich einige Morgen in einem nahen Wald. Dort konnte ich unter anderem auch ein Zilpzalp-Paar beim Nestbau beobachten. Zudem konnte ich auch einen Grünspecht, einige Zaunkönige und andere Bewohner des Waldes ablichten.

Wie jedes Jahr war mit der Blütezeit des Raps auch Braunkehlchen-Zeit. Diese jagten in den Rapsfeldern nach Insekten. Nachdem ich letztes Jahr kein Foto machen konnte, mit dem ich wirklich zufrieden war, hatte es dieses Jahr etwas besser geklappt.

Neben vielen anderen Vogelarten war es schon immer ein grosses Ziel von mir endlich einmal den Zaunkönig vor die Linse zu kriegen. Im Frühling hatte es dann tatsächlich sogar zweimal geklappt. Beide Male konnte ich ein Männchen beim Nestbau beobachten. Dabei gingen diese immer wieder an die gleichen Orte, um Nistmaterial zu sammeln.

  • Ein Zaunkönig sammelt auf einem Felsen nach Nestmaterial.
  • Ein Zaunkönig singt auf einem abgestorbenen Ast.
  • Ein Zaunkönig singt auf einer kleinen Tanne.

Nachdem ich bereits letztes Jahr an einem bestimmten Flussabschnitt Kolbenenten fotografieren konnte, waren die bunten Enten auch in diesem Jahr wieder dort zu finden. Da diese praktisch keine Scheue zeigten, konnte ich diese recht leicht fotografieren. Einige Male kamen sie sogar so nahe, dass ich mit meinem Objektiv nicht einmal mehr fokussieren konnte.

In einem nah gelegenen Hafen brüten jedes Jahr einige Rauchschwalben. Leider brüten die Rauchschwalben alle unter den Schiffstegen, weshalb ich diese bisher nur schlecht fotografieren konnte. Zu Beginn der Brutzeit setzten sie sich aber häufig auf die Schiffsseile. Leider war sowohl der Hintergrund als auch die Sitzwarte nicht sehr schön. Einige Porträts gelangen aber dennoch.

Ab ungefähr April verbringe ich zudem wieder viel Zeit mit einer Biberfamilie. Schon seit drei Jahren fotografiere ich die grossen Nagetiere. Auch in diesem Jahr konnte ich die Biber wieder ausgiebig fotografieren. Erst vor kurzem sind die Jungen auf die Welt gekommen. Diese bleiben voraussichtlich noch etwas im Bau bevor sie dann hoffentlich gegen Ende Juli zum ersten Mal ihren Bau verlassen werden.

  • Zwei Biber (Castor fiber) helfen sich bei der Fellpflege.
  • Ein Biber (Castor fiber) nagt an einem Rindestück.
  • Ein Biber (Castor fiber) am frühen Abend.
  • Ein Biber (Castor fiber) schwimmt dem Ufer entlang.
  • Zwei Biber (Castor fiber) kämpfen gegeneinander.
  • Ein Biber (Castor fiber) frisst Gras.

Brutzeit

Für meine Maturaarbeit verbrachte ich zudem viel Zeit in den Rebbergen am Nordufer des Bielersees. Neben der Zaunammer, meinem Thema der Maturaarbeit, konnte ich auch viele anderen typischen Vogelarten der Rebbau gebiete beobachten und fotografieren. So konnte ich z.B. Neuntöter, Bluthänflinge und sogar junge Wendehälse fotografieren.

Mit dem Beginn des Sommers tauchten vielerorts immer mehr Jungvögel auf.

  • Ein Stockenten-Küken versteckt sich unter dem Flügel der Mutter.

    Dieses Stockenten-pulli war Teil einer Familie mit insegsamt 13 Jungen. Unter den Flügeln von Mama wurde es deshalb ganz schön eng.

  • Eine Wasserralle sucht an einem kleinen Teich nach Futter.

    An einem kleinen Teich konnte ich zudem brütende Wasserrallen fotografieren. Die Jungen blieben aber tief im Schilf versteckt und nur eines der adulten Tiere zeigte sich einmal für eine kurze Zeit. Der kurze Moment genügte aber um ein Foto von der äusserst scheuen Vogelart zu machen.

  • Ein Haubentaucher mit drei Jungen auf dem Rücken bei Regen.

    Dieser Haubentaucher störte sich nicht an meiner Anwesenheit und schlief kurz nach dem Foto vor mir ein. Aufgrund der Strömung war er allerdings nach einiger Zeit zu nahe zum fokussieren, also näher als 3.6 m!

  • Ein Blässhuhn füttert eines seiner Jungen.

    Schon früh konnten dieses Jahr die ersten jungen Blässhühner beobachtet werden. Einige von ihnen sind jetzt schon fast so gross wie ihre Eltern.

Neben den vielen Jungvögel an den Gewässern konnte ich in diesem Jahr endlich einmal Spechte in ihrer Bruthöhle fotografieren. SO konnte ich zuerst fütternde Mittelspechte fotografieren bevor ich kurz daraufhin auch noch junge Schwarzspechte vor die Linse bekam.

Nachdem ich bisher so meine Mühe mit Raubvögeln hatte, konnte ich in diesem Jahr bereits einige Fotos von den imposanten Vögeln machen. Auf dem Frühlingszug konnte ich z.B. einige Turmfalken fotografieren. Erst vor kurzem konnte ich dann auch noch Schwarz- und Rotmilan bei einem nahen Überflug fotografieren.

Im Drei-Seen-Land brüten an verschiedenen Stellen Flussseeschwalben. Auch diese eleganten Vögel konnte ich an einigen Tagen fotografieren. Dabei versuchte ich besonders ein Flussseeschwalbe im Gegenlicht der untergehenden Sonne zu fotografieren. Zwar ist mir noch immer nicht genau das Foto gelungen, welches ich mir vorstelle, trotzdem bin ich schon jetzt recht zufrieden mit der Ausbeute.

Mittlerweile ist es aber überall etwas ruhiger geworden. Viele der Jungen sind bereits fast selbständig. Viele Paare haben deshalb bereits mit einer Zweit oder sogar Drittbrut begonnen. Viele Vögel verhalten sich deshalb eher unauffällig und vielerorts ist es sehr ruhig. Fotomöglichkeiten werden immer seltener. Das gibt mir endlich auch einmal etwas Zeit die Fotos der letzten Monate zu bearbeiten und zu organisieren. Auch gibt mir das Zeit, andere Projekte in Angriff zu nehmen. Neben einigen Fotoprojekten, welche ich in nächster Zeit noch geplant habe, gibt es auch einige andere Dinge welche nur indirekt mit der Fotografie etwas zu tun haben. So sollten in den nächsten Wochen noch einmal eine grosse Ladung an Vogelportraits und Blogartikel kommen. Nebenan plane ich auch für nächstes Jahr bereits einige Sachen. Du kannst also auf jeden Fall gespannt sein! Damit du all das nicht verpasst, empfehle ich dir, meinen Newsletter zu abonnieren. Damit erfährst du als allererstes von meinen nächsten Projekten und Blogartikel!

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Nicolas Stettler

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16.8.2022

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